Abpflastern – von Grau zu Grün: Gemeinsam entsiegeln wir unsere Stadt!
Moin liebe Hamburger:innen!
Wir laden euch ein, unsere Stadt gemeinsam von unnötigen Versiegelungen zu befreien und so zukunftsfähig zu machen.
Auf der Beteiligungs-Plattform Hamburg abpflastern kannst du private Flächen eintragen, die du von Pflaster oder Ähnlichem befreit hast. Zusätzlich kannst du öffentliche Flächen vorschlagen. Dann wird geprüft, ob dort entsiegelt werden kann (Verkehrssicherheit, Untergrund, vorhandene Ressourcen etc.). Ganz wichtig: Ob eine Fläche entsiegelt wird, entscheiden die privaten Eigentümer:innen bzw. die zuständigen Ämter.

© lokalkraft Hamburg
Warum ist Entsiegeln so wichtig?
Perspektive “Regen”
In Folge des Klimawandels gibt es immer mehr Starkregen und Hitzewellen. Darauf sind unsere Städte noch nicht gut genug vorbereitet. Es fehlen Versickerungsflächen und kühle Orte. Das führt zu Überschwemmungen und zu Gesundheitsbelastungen durch extreme Hitze.
Starkregen Szenario für Hamburger Innenstadt SRI-5
Auf der Abbildung links werden Wassertiefen dargestellt, mit denen bei intensiven Starkregen zu rechnen ist.
Eine detaillierte Starkregengefahrenkarte findest du im Geoportal-Hamburg.
Perspektive „Hitze“
Wo sich Hamburg bei Hitze besonders aufheizt, zeigt die folgende Hitzekarte aus der Stadtklimaanalyse. Man sieht, dass sich vor allem versiegelte Flächen wie Straßen und Parkplätze aufheizen. Grünflächen und Bäume dagegen sorgen für Abkühlung.
Indem wir Flächen entsiegeln und begrünen, können wir helfen, unsere Städte an den Klimawandel anzupassen: Regen kann besser versickern und Pflanzen kühlen die Umgebung. Das ist für uns Menschen vor allem bei großer Hitze wichtig, damit wir uns abkühlen können. Auch Pflanzen und Tiere finden neue Lebensräume.
Stadtklimaanalyse Hamburg 2023
Auf der Abbildung links werden die Lufttemperaturen in verschiedenen, modellgestützten Szenarien dargestellt.
Eine detaillierte Karte findest du hier als PDF.
Bodenversiegelung in Hamburg
Die Hamburger Klimaanpassungsstrategie will der zunehmenden Versiegelung entgegenwirken, um die Stadt fit für den Klimawandel zu machen.
Die Abbildungen rechts zeigten die Versiegelung in Hamburg im Jahr 1984 und 2021 im Vergleich. 2021 waren ca. 29.462 Hektar versiegelt, das sind 39 % des Stadtgebietes. Den Fortschritt der Versiegelung kannst du auf der Seite „Bisherige Erfassung der Versiegelung seit 1984″ (BUKEA) sowie bei correctiv.org nachvollziehen.
Die aktuelle Bodenversiegelungs- und Bodenbedeckungs-Karte findest du hier im Geoportal Hamburg.
Informationen zum Mitmachen

© Zukunftswerkstatt Lokstedt
Öffentliche und private Flächen
Für die Entsiegelung von Flächen im Besitz der Stadt ist die Verwaltung zuständig. Wenn du solche Flächen zur Entsiegelung in der Karte einträgst, melden wir die Vorschläge an die zuständigen Ämter.
Welche Flächen im Eigentum der öffentlichen Hand sind, kannst du hier im Geoportal Hamburg erkennen.
Private Flächen können nur von den Eigentümer:innen entsiegelt werden. Bei großen privaten Flächen, die Gewerbe, Vereine, Kirchen etc. nutzen, kann es trotzdem Sinn machen, sie in der Abpflastern-Karte vorzuschlagen. Wir versuchen dann, mit den Eigentümer:innen Entsiegelungsmöglichkeiten zu klären.
Bitte tragt keine Flächen in fremden Privatbesitz wie Vorgärten, Auffahrten und private Stellplätze ein.
Welche Flächen sind geeignet?
Natürlich zunächst einmal versiegelte Flächen. Darüberhinaus ist aber auch die Beschaffenheit des Bodens wichtig.
Wenn du erfahren möchtest, ob eine Entsiegelung an deiner angedachten Abpflastern-Fläche einen spürbaren Effekt hat, schau dir gerne die Versickerungspotenzialkarte der BUKEA an. Sie zeigt, an welchen Stellen der Boden besonders viel oder wenig Wasser aufnehmen kann.
Aber nicht alle Flächen können auch wirklich entsiegelt werden! Natürlich dürfen Sicherheit und Funktionalität nicht beeinträchtigt werden. Die Verwaltung prüft zudem, ob sich unter der Oberfläche Hindernisse wie Rohre, Kabel oder Altlasten befinden. Außerdem muss die Finanzierung stehen. Wenn nicht alle Bedingungen passen, können manche Flächen leider (noch) nicht entsiegelt werden.

© Zukunftswerkstatt Lokstedt

© City Science Lab
So funktioniert die Abpflastern-Karte
Gehe zur Abpflastern-Seite und wähle oben den Menüpunkt „Beiträge“. Es öffnet sich eine Seite, in der du alle bisher gemeldeten Flächen sehen kannst. Hier kannst du bereits von dir entsiegelte Flächen sowie Entsiegelungsvorschläge eintragen. Bei bereits entsiegelten Flächen tragt bitte in das Textfeld die Quadratmeterzahl ein.
Klicke hierzu oben rechts auf „Beitrag erstellen“. Folge dann den Hinweisen. Am Ende vergiss bitte nicht, den Beitrag zu veröffentlichen.
Wie oben beschrieben, leiten wir die Entsiegelungsvorschläge weiter.
Wettbewerbe
Das niederländische „Tegelwippen“ zeigt, welche positiven Energien fröhliche Wettbewerbe freisetzen. Diesem Vorbild folgen wir gerne: In Hamburg startete die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) 2025 mit einem Wettbewerb, der in den nächsten Jahren fortgesetzt wird:
Der Bezirk beziehungsweise der Stadtteil mit den meisten entsiegelten Quadratmetern gewinnt den Goldenen Spaten beziehungsweise die Goldene Gießkanne. Die private Fläche mit der größten Entsiegelung gewinnt die Goldene Harke. Wenn du als Privatperson am Wettbewerb um die Goldene Harke teilnehmen möchtest, schreibe bitte eine Nachricht mit Angabe deiner Fläche und Quadratmeterzahl an dieses Funktionspostfach (BUKEA): abpflastern@bukea.hamburg.de
Die Wettbewerbe laufen je zwölf Monate (Stichtag 31. Oktober).
Mit allen in Hamburg entsiegelten Flächen nimmt die Stadt auch an einem bundesweiten Wettbewerb teil.
Außerdem lädt „Jugend pflastert ab“ zu einem bundesweiten Abpflastern-Wettbewerb ein. Trage dein Projekt gern auch dort ein. Hier geht es zum Wettbewerb.

© City Science Lab

© lokalkraft Hamburg
Förderung
Die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB) fördert mit der RegenInfraStrukturAnpassung (RISA) die Entsiegelung von Grundstücken mit je max. 25.000 €. Privatpersonen können bis zu 50%, Unternehmen und sonstige Organisationen bis zu 30% der Kosten geltend machen. Auf der Seite „RISA-Förderprogramm“ gibt es detaillierte Informationen.
Nach dem Abpflastern
Nach dem Abpflastern stehen die Flächen zur Begrünung bereit. Für die Gestaltung und Bepflanzung halten viele Projekt-Partner:innen interessante Informationen bereit, so zum Beispiel zu Naturgärten und naturnahen Gärten, zur StadtNatur-Beratung, zu heimischen Pflanzenarten, zur Artenvielfalt, etc.
Auf der Seite des Hamburger Wettbewerbs „Abpflastern“ (BUKEA) sind interessante Informationen zu Böden und auch ein Flyer zur naturnahen Begrünung zu finden.
Sowohl über unsere Kooperation mit GreenCity Hamburg als auch über unseren Gewinn beim Ideenwettbewerb Klimaschutz nebenan können konkrete Begrünungsaktionen auch finanziell unterstützt werden.
Du kannst für entsiegelte Flächen im öffentlichen Bereich eine Grünpatenschaft beantragen. Dieser Link zeigt dir, welches Bezirksamt für deine Adresse zuständig ist.




